Presse-Ressort von Sammy

Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen

Verfasst von: Peter Müller Dienstag, 04.11.2008, 20:24 Uhr
Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen im Zuge der Gesundheitsreform wird noch viel zu wenig an die Öffentlichkeit gebracht


Der Kampf gegen Betrug im Gesundheitswesen bleibt für die Krankenkassen ein notwendiges, aber auch ein lohnendes Unterfangen.
Lohnend für die Kassen deshalb, weil sie Rückforderungen als Einnahmen verbuchen können. Die AOK Sachsen- Anhalt konnte seit dem Jahre 2000 unter Mithilfe ihrer Spezialabteilung Task Force rund sechs Millionen Euro zurückfordern, dies ist ein Riesenbetrag.
Manipulationen im Abrechnungswesen erstrecken sich über alle Vetragsgruppen. Die Liste der Beteiligten ist lang. Da werden Hilfskräfte eingesetzt um eine Behandlungspflege durchzuführen, obwohl dies in der Verordnung ganz deutlich geregelt ist, dass eine Behandlungspflege, z.B. Gabe von Medikamenten nach Verordnung des Arztes, nur von examinierten Personal durchgeführt werden darf.
Es kommt schon mal vor, dass nach eingehender Prüfung durch die Krankenkasse herauskommt, dass eine Pflegekraft 14 Stunden gearbeitet haben müsste um die abgerechneten Leistungen erbracht zu haben.
Es werden Leistungen abgerechnet, die tatsächlich gar nicht erbracht wurden ,z.B. betten die Angehörigen ihren pflegbedürftigen Vater, der Pflegedienst aber rechnet dieses Betten ab, ohne das er etwas dazu getan hat. Für die Angehörigen ist es oft sehr schwer dies überhaupt nachzuprüfen und wenn, dann haben Angehörige oft Ängste die Manipulationen weiter zu leiten. Zum einem wissen sie oft nicht an wen sie sich überhaupt wenden können, zum anderem haben sie Bedenken, dass ihr Angehöriger vielleicht dadurch eine schlechtere Pflege erhält.
Nicht nur Pflegedienste, auch Hebammen, Therapeuten und viele mehr reihen sich in die Liste der Manipulierenden ein.
Seit Anfang 2004 besteht die Verpflichtung der Krankenkassen eine Stelle zur „Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen“ zu schaffen.
Das Pflegegesetz ist gut und stellt einen wichtigen Faktor für die Sorge pflegebedürftiger Menschen dar- nur muss und sollte hier der Staat die Überwachungsfunktion weiter ausdehnen. Denn es ist unser aller Geld, was hier eingesetzt wird und da darf es keine Manipulationen geben.
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