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Franken-Stammtisch in Brüssel

Verfasst von: Gerhard Rippert (Bxl) Freitag, 05.02.2010, 11:15 Uhr
Etwa 3 – 4 Mal im Jahr treffen sich in Brüssel lebende und arbeitende Franken bei einem Stammtisch. Hier können in gemütlicher Runde junge wie alt gediente Bedienstete der EU-Institutionen, Vertreter aus Wirtschaft und Verbänden, Freiberufliche und Beamte aus deutschen Behörden alle Probleme dieser Welt diskutieren. Neben den Themen der großen Politik, der Wirtschaft und anderes mehr erzählt man sich am Stammtisch freilich genauso gern von seiner lokalen Herkunft in Franken und seinem Bezug zu der Region.

Um das Kriterium "Franke" zu erfüllen, genügt es allerdings nicht, Kenner und Genießer des Frankenweins oder etwa "Club"-Fan zu sein oder mindestens 5 fränkische Brauereien nennen zu können. Nein – da ist schon eine tiefere Verbundenheit zu den drei nördlichen Regierungsbezirken Bayerns nötig: abgesehen der präzisen Nennung des Geburtsortes in dieser Region kann z.B. das fundierte Vorweisen ausreichend vieler Berufsjahre in fränkischen Gefilden oder das Studium an einer der Universitäten in Franken den Zugang zum Stammtisch in Brüssel ermöglichen.

Zu solcher Veranstaltung finden sich so etwa 40 Leute ein - meist im rustikalen Bierkeller der Brüsseler Vertretung des Freistaates Bayern und stets unter einem bestimmten Themen-Schwerpunkt.
Anfang Februar referierte Dr. Rudolf Strohmeier, hoher Beamter in der EU-Kommission, über die Herausforderungen, die der wiederernannte Kommissionspräsident Barroso mit seinem Kollegium begegnen muss, und welche Bedeutung der Lissabon-Vertrag für die Bewältigung dieser Aufgaben hat. Demnach jedenfalls soll zukünftig nicht mehr die Wirtschaft im Mittelpunkt europäischer Politik stehen sondern der Bürger und seine Interessen.
Im letzten Jahr, kurz nach der Wahl zum Europa-Parlament im Juni 2009, stellte sich die Abgeordnete Monika Hohlmeier den Brüsseler Franken vor. Bei anderer Gelegenheit wiederum war Günter Verheugen als Vizepräsident der EU-Kommission Gast beim Stammtisch: neben seiner Analyse der gerade im vollen Gang befindlichen Finanzkrise wusste er auch amüsante Anekdoten aus der Zeit seiner politischen Arbeit in Oberfranken zu erzählen.

Dr. Ingo Friedrich, Vizepräsident des Europäischen Parlaments a.D. und 30 Jahre lang Europa-Abgeordneter, übernimmt es zu seinen vielfältigen neuen Aufgaben sehr gern, die Idee des "Frankenstammtisch" als Forum für Diskussionen, zum Gedankenaustausch und als Treffpunkt der Franken in Brüssel weiterhin zu pflegen und zu vertiefen.
Ein großes Interesse ist ihm gewiss: die Einladungsliste für den Stammtisch zählt mehr als 100 "Exil-Franken". Von daher ist der Charakter der Region Frankens im europäischen Umfeld sicher stark vertreten, und historisch gesehen hat Europa ohnehin seinen Anfang mit Karl dem Großen, dem „Pater Europae“, in Franken genommen.
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